Unser indischer Gast

Sukriti ist eine sehr aufgeweckte Person, sie sich schnell mit unseren Katzen anfreundete. Eine davon ist in der Nacht zu ihr auf die Gästecouch gesprungen und hat sich neben ihr eingerollt.

Sukriti und die Katze
Sukriti und unsere Katze

Abends saßen wir oft zusammen, haben gegessen und danach geredet (das heißt, sie haben geredet und ich habe versucht, mir irgendeinen Reim auf die Wörter zu machen, da ich erst in der vierten Klasse bin und nicht sonderlich viel Englisch verstehe). Deshalb saß ich manchmal in der Küche und habe zugehört, ohne etwas zu verstehen.

Doch zum Glück haben mein Bruder, meine Mama und mein Papa mir viel, aber eben nicht alles, übersetzt, aber ich habe andere Wege gefunden, zum Beispiel, als sie Sandwiches für uns gemacht hat. Ich hätte natürlich sagen können „tomatoe“ und „cheese“, aber da mir nicht einfiel, wie man Majonnaise auf Englisch ausspricht, habe ich auf die Zutaten gezeigt und „hm“, „hm“, „hm“ gemacht.

Sukriti war sehr gesprächig und sprach beinahe den ganzen Tag und so sprach sie auch auf der Autofahrt zu dem Bus, der sie zum Flugzeug nach Indien brachte.

Geschrieben von Emma S,

Influencer

All zu oft hängt die Aussage eines Fotos vom Blickwinkel ab, in dem es erstellt wurde. Aus dem Kontext gerissen wird es dann schnell zu Fake News. Über diese Problematik und die Wirkung von Bildern haben unsere deutschen und indischen Austauschschüler den Film „Influencer“ gedreht.

Influencer zeigt die Geschichte einer zerbrochenen Beziehung. Doch einer der Partner verträgt die Trennung nicht. In einem günstigen Augenblick nimmt er ein Foto auf, dass, da es im richtigen/falschen Blickwinkel aufgenommen wurde, nicht mehr die ganze Wahrheit widerspiegelt. Als er das Bild verbreitet nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Durch seine Story wurde der Film „Influencer“ mit ein Hauptwerk unseres Austauschprojekts. Es spiegelt die Macht der Medien wieder, unsere Abhängigkeit von Ihnen und schließlich auch die Möglichkeit Medien selbst zu produzieren.

Die gesamte Geschichte wurde in Zusammenarbeit mit dem Filmenden Klassenzimmer der Bavaria Filmstudios entwickelt. Dort fanden auch die eintägigen Dreharbeiten statt.

Das deutsch-indische Filmprojekt „Influencer“.
Wir möchten darauf hinweisen, dass eine Weiterverbreitung des Videos ohne Zustimmung des Johannes-Turmair-Gymnasiums und der Bavaria Filmstudios nicht gestattet ist.

Endlich zu Hause!

Ausflüge, Schulbesuche, Projektarbeit. Manchmal kann der Austausch auch stressig werden. Dann ist es umso entspannender einfach einmal eine Pause zu machen und den Abend bei der Gastfamilie zu verbringen. Von einem dieser Abende berichtet unsere Austauschschülerin Paula R.:

Qwirkle
Deutsch-Indischer Spieleabend

Gesten haben wir unseren ersten Spieleabend gehabt. Wir haben Qwirkle gespielt (ein Spiel mit verschiedenen Farbsteinen, die man aneinander reihen muss).

Es war anfangs etwas schwer das Spiel zu erklären, aber Ritanshi hat es schnell verstanden und wir konnten ohne Schwierigkeiten spielen. Am Ende hat leider – so wie immer – meine Mutter gewonnen.

Missverständliche Gewürzkultur

Indisches Essen und Gewürze gehören einfach zusammen. Während man sich bei manchen deutschen Rezepten oft auf Salz und Pfeffer beschränkt, verwendet man in der Küche Indiens eine ganze Batterie von Pülverchen und Samen, Kapseln und Gewürzen. Beim interkulturellen Kochen während des Austauschs kommt es da schnell zu Missverständnissen.

Curry

Curry Masala
Curry, Masala und Co. – Die Begriffe können einen zur Verzweiflung bringen.

Currywurst, Curryketchup, Curryreis. Der Deutsche versteht unter Curry das gelbe Pulver, dass er immer dann auf ein Gericht streut, wenn er ihm eine gewisse Schärfe und einen etwas asiatischen Touch verpassen möchte. In Indien kann man es dagegen überhaupt nicht nachvollziehen, dass es bei uns Curry in Pulverform gibt.

In Indien ist Curry ein Sammelbegriff für soßenreiche Gerichte, die oft zusammen mit Reis serviert werden. Im Deutschen lässt er sich vielleicht noch am ehesten mit dem Begriff Eintopf wiedergeben. Diese Curries in ein kleines Döschen zu packen und dann auf ein weiteres Gericht zu streuen entbehrt jeder Logik. Missverständnisse in der Kommunikation sind vorprogrammiert, wenn man von seiner Liebe für Curry schwärmt.

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Es ist nirgends so schön wie daheim

14 Tage lang waren die Austauschschüler aus Noida Gäste in Straubing. In diesen Tagen arbeiteten sie gemeinsam mit ihren deutschen Partnern am Medienprojekt, wohnten in den Familien und erkundeten die bayerische Kultur. Am Samstag war es an der Zeit Abschied zu nehmen und nach Indien zurückzufliegen.

Um 5.45 Uhr morgens trafen sich die Schüler mit ihren Gasteltern in der Turmair-Busschleife. Noch ein wenig verfroren und müde standen sie wortkarg in kleinen Gruppen herum. Obwohl sie es alle wussten, wollte es wohl keiner wahrhaben, dass sie nun alle Abschied nehmen müssen.

Der Reisebus

Erst als der Bus in den Parkplatz bog dämmerte es ihnen langsam. Erst zaghaft, dann immer häufiger und fester wurden die Freunde und neuen Familienmitglieder gedrückt.

Das Einsteigen in den Bus wollte jedoch immer noch nicht klappen. Zu stark war die Freundschaft, die sich in den letzten 14 Tagen gebildet hatte. Erst durch den starken Zuspruch der Lehrer konnten alle indischen Gastschüler in den Reisebus verfrachtet werden. Viele von ihnen gaben sich beim Einsteigen keine Mühe, die Tränen aus dem Gesicht zu wischen.

Nach der Abreise

Aber auch auf der deutschen Gastgeberseite blieben die Gesichter nicht trocken und so standen viele Eltern und Schüler noch lange an der Haltestelle, als der Bus längst Richtung Flughafen abgefahren war.

Lebt wohl! Bis auf ein baldiges Wiedersehen im Oktober!

Aus aktuellem Anlass – Media Rules!

Media Rules! Das bedeutet, dass Medien regieren, Medien bestimmen, Medien herrschen. Das bedeutet aber auch, dass sich Medien an Regeln halten müssen. Über die Verantwortung, welche die Medien damit übernehmen, wurde heute im Rahmen einer außerplanmäßigen Unterrichtsstunde mit den indischen Gästen aus Noida gesprochen. Anlass dazu war die große mediale Präsenz des „Ibiza-Skandals“ des ehemaligen österreichischen Vizekanzlers und die Veröffentlichung der entsprechenden Videoausschnitte.

In den letzten zwei Wochen haben sich unsere Austauschschüler intensiv mit der Presse- und Medienlandschaft in Deutschland auseinandergesetzt und dabei nicht nur Fernseh- und Radiostudios besucht, erfahrene Reporter interviewt, sondern auch selbst Medienbeiträge kreiert und veröffentlicht.

Welche Folgen die Veröffentlichung der „Halben Wahrheit“ hat, haben die Schüler in ihrem Film „Influencer“ bereits kritisch hinterfragt. Nun wurde durch Deutsche Medien jedoch eine Videoaufnahme veröffentlicht, welche in der Lage war in Österreich einen politischen Skandal auszulösen. Was, wenn dieses Video wieder nur die „Halbe Wahrheit“ zeigt? Was, wenn die Medien durch einseitige Berichterstattung Einfluss auf die Politik nehmen?

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